Im Schnalstal weit hinten liegt auf fast 1350 m das ehemalige Kartäuserkloster Allerengelberg.

Die Mönche, denen das Sprechen verboten war, lebten dort in absoluter Stille und tiefem Gebet. Die Auflösung des Klosters musste im Rahmen der Josephinischen Reform “aufgrund der allerhöchsten Entschließung vom 30. November 1781 erfolgen, der zufolge alle Klöster beiderlei Geschlechts, die sich nicht mit der Krankenpflege, der Seelsorge oder mit dem Unterricht befassten, aufgehoben würden. Die Insassen hätten binnen fünf Monaten das Kloster zu verlassen. Das Vermögen des Klosters werde veräußert, und der Erlös würde einem Religionsfonds zufließen.” So verliessen damals die Mönche das Kloster und die einheimischen Bauern und Handwerker zogen in die Zellen der Mönche ein, nutzen die Bauwerke und besiedelten das Dorf.

Die ehemalige Kartause wurde zum Dorf Karthaus.

Wir haben das Dorf im Rahmen der Vorbereitung für unsere Seminarreise zwischen Etschquelle und Meran besucht, die wir gemeinsam mit Ewald Kalteiss im Oktober durchführen und waren ergriffen von der lebendigen Stille. Es war ein Eintauchen in eine stille Kraft, die uns tief im Herzen berührt hat. Um dieses Phänomen der Stille wurde ein Projekt entwickelt, welches die Geschichte dieses einzigartigen Dorfes erzählt. In 12 Stationen kann Vergangenheit und der Gegenwart besichtigt werden. Wir finden: Absolut sehens- und fühlenswert!